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KM Malta Airlines Frist: Wie lange können Sie Ansprüche stellen?

Kurzantwort: EU261 enthält derzeit keine einheitliche europäische Verjährungsfrist. Wird deutsches Recht angewandt, beträgt die regelmäßige Frist nach § 195 BGB drei Jahre und beginnt nach § 199 grundsätzlich mit dem Schluss des Jahres, in dem Anspruch und erforderliche Kenntnis vorliegen. Das gilt jedoch nicht automatisch für jeden internationalen KM-Vertrag. Gepäck hat eigene Fristen von sieben oder 21 Tagen und regelmäßig eine zweijährige Klagegrenze. Die künftige neunmonatige EU-Reklamationsfrist ist am 14. August 2026 noch nicht anwendbar.

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Geprüft am 14. August 2026. Bei einer nahen Frist ersetzt dieser Überblick keine Prüfung von anwendbarem Recht, Gerichtsstand und möglicher Hemmung.

Es laufen mehrere Uhren gleichzeitig

Anspruch oder VerfahrenZu prüfende Grenze
EU261-Pauschalenationale Verjährung nach dem anwendbaren Recht
regelmäßige deutsche BGB-Fristdrei Jahre ab dem maßgeblichen Jahresende, wenn deutsches Recht gilt
BfJ-Schlichtungvorherige Airline-Reklamation; regelmäßig Ablehnung oder zwei Monate ohne Erledigung
beschädigtes Aufgabegepäckschriftliche Anzeige spätestens sieben Tage nach Erhalt
verspätetes Aufgabegepäckschriftliche Anzeige spätestens 21 Tage nach Bereitstellung
Klage nach Montrealer Übereinkommengrundsätzlich zwei Jahre
künftige EU-Reklamationneun Monate, aber noch nicht anwendbar

Eine schnelle Onlinebeschwerde schützt nicht zwingend jede Frist. Führen Sie für Pauschale, Kosten, Gepäck und Schlichtung getrennte Termine.

Drei Jahre nach BGB: nur bei deutschem Recht

§ 195 BGB nennt die regelmäßige Verjährungsfrist von drei Jahren. § 199 lässt sie grundsätzlich mit dem Schluss des Jahres beginnen, in dem der Anspruch entstand und der Gläubiger die maßgeblichen Umstände sowie den Schuldner kannte oder ohne grobe Fahrlässigkeit kennen musste.

Beispiel: Ein Anspruch entsteht im August 2026 und deutsches Recht ist anwendbar. Bei vorhandener Kenntnis beginnt die regelmäßige Frist mit Ablauf des 31. Dezember 2026 und endet grundsätzlich mit Ablauf des 31. Dezember 2029. Dieses Beispiel darf nicht ohne Prüfung auf jeden Flug Malta–Deutschland übertragen werden. Vertragsbedingungen, Kollisionsrecht, Gerichtsstand und Anspruchsart können ein anderes Ergebnis erzeugen.

Der Abflug aus Deutschland eröffnet EU261, bestimmt aber nicht automatisch allein das auf jede Verjährungsfrage anwendbare Zivilrecht. Handeln Sie deshalb früh und vermeiden Sie eine Strategie, die nur auf dem längstmöglichen deutschen Datum beruht.

Kenntnis des richtigen Schuldners

Bei KM kann die Identität verwechselt werden. KM Malta Airlines Limited ist nicht die frühere Air Malta, nicht Malta Air und nicht Wizz Air Malta. Auf einem Codeshare kann außerdem eine andere Airline ausführen. § 199 BGB berücksichtigt Kenntnis der Person des Schuldners, schützt aber keine beliebig lange Untätigkeit; grob fahrlässige Unkenntnis kann genügen.

Prüfen Sie E-Ticket, Bordkarte und „operated by“ sofort. Eine Reklamation an das Reiseportal oder die falsche Malta-Airline sollte nicht als sichere Fristwahrung gegenüber dem tatsächlichen Beförderer behandelt werden.

Was eine normale Reklamation bewirkt

Die Einreichung beim KM Help Centre ist erforderlich und schafft wichtige Beweise. Sie hemmt die zivilrechtliche Verjährung aber nicht automatisch in jeder Rechtsordnung. Auch eine automatische Nachricht „case under review“ ist kein verlässlicher Verzicht auf die Einrede der Verjährung.

Eine Hemmung kann etwa durch Verhandlungen, ein geeignetes Schlichtungsverfahren, Klage oder Mahnbescheid entstehen, doch Voraussetzungen und Zeitpunkte müssen konkret geprüft werden. Kurz vor Fristablauf sollte fachlicher Rat eingeholt werden. Wiederholte identische E-Mails sind kein Ersatz für eine fristwahrende Maßnahme.

BfJ-Schlichtung hat eigene Zulässigkeitsregeln

Die behördliche Schlichtungsstelle Luftverkehr beim Bundesamt für Justiz ist für bestimmte Streitigkeiten mit Airlines vorgesehen, die nicht an einer anerkannten privaten Schlichtungsstelle teilnehmen. Verbraucher müssen sich zunächst an das Unternehmen wenden. Nach einer Ablehnung oder regelmäßig zwei Monaten ohne Erledigung kann ein Antrag in Betracht kommen.

Nach § 57b LuftVG geht es unter anderem um Zahlungsansprüche zwischen mehr als zehn und höchstens 5.000 Euro. Ein bereits anhängiges Gerichtverfahren oder andere Ausschlussgründe können die Zulässigkeit beeinflussen. Prüfen Sie vor Einreichung die aktuelle Mitgliederliste und die BfJ-Anforderungen.

MCCAA und LBA ersetzen keine Fristenprüfung

Die MCCAA ist maltesische Durchsetzungs- und Verbraucherbehörde für zuständige Fluggastfälle. Das LBA überwacht EU261 in Deutschland. Eine Behördenbeschwerde kann einen Verstoß untersuchen, ist aber nicht automatisch eine zivilrechtliche Zahlungsklage und hemmt nicht zwingend die Verjährung.

Reichen Sie die Beschwerde trotzdem nicht ohne Grund spät ein. Die Stellen benötigen ursprüngliche Reklamation, Antwort, Flugunterlagen und Chronologie. Dokumentieren Sie den Zugang jeder Eingabe und prüfen Sie parallel, ob eine zivilrechtlich wirksame Handlung erforderlich ist.

Gepäck: sieben Tage, 21 Tage und zwei Jahre

Die KM Conditions of Carriage bilden die Regeln des Montrealer Übereinkommens ab. Bei sichtbar oder später festgestelltem Schaden am aufgegebenen Gepäck muss die schriftliche Anzeige spätestens innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt erfolgen. Bei verspätetem Gepäck beträgt die Grenze 21 Tage ab dem Tag, an dem es bereitgestellt wurde.

Ein PIR am Flughafen ist wichtig, ersetzt die bezifferte schriftliche Reklamation aber nicht sicher. Die gerichtliche Geltendmachung von Montreal-Schäden erlischt grundsätzlich nach zwei Jahren, wobei die Berechnung nach dem Recht des angerufenen Gerichts erfolgt.

Diese Grenzen gelten nicht für die 250- bis 600-Euro-Pauschale wegen Flugverspätung. Beide Verfahren können parallel laufen.

Die künftigen neun Monate und 30 Tage

Die im Juli 2026 endgültig angenommene EU-Reform sieht künftig neun Monate für die Anmeldung eines Entschädigungsanspruchs bei der Airline und 30 Tage für deren Zahlung oder begründete Ablehnung vor. Die neuen Regeln treten 12 Monate und 20 Tage nach Veröffentlichung im Amtsblatt in Kraft.

Am Stichtag dürfen weder neun Monate noch 30 Tage als schon geltende Fristen ausgegeben werden. Die Reform ersetzt außerdem nicht rückwirkend die derzeitige nationale Verjährung oder die Montreal-Gepäckfristen. Für einen späteren Flug muss geprüft werden, ob die neue Verordnung bereits zeitlich anwendbar ist.

Praktischer Kalender für einen KM-Fall

  1. Am Reisetag: Bordkarten, Anzeigen, Nachrichten und Rechnungen sichern; bei Gepäck PIR erstellen.
  2. Innerhalb weniger Tage: Chronologie schreiben und KM vollständig reklamieren.
  3. Bis Tag sieben: beschädigtes Gepäck schriftlich geltend machen.
  4. Bis Tag 21 nach Ausgabe: Kosten wegen Gepäckverspätung beziffern.
  5. Nach Ablehnung oder Untätigkeit: passende Schlichtung oder Behörde bestimmen.
  6. Deutlich vor Jahresende: anwendbares Recht und frühestes Verjährungsrisiko prüfen.
  7. Vor jeder Klage: richtigen Beklagten und Gerichtsstand bestätigen.

Bei mehreren Personen führt eine Tabelle Name, Ticketnummer, Forderung, Reklamationsdatum und mögliche Frist. Eine einzige E-Mail des Buchenden muss nicht automatisch alle erwachsenen Reisenden wirksam vertreten.

FAQ

Habe ich gegen KM immer drei Jahre Zeit?

Nein. Drei Jahre sind die regelmäßige BGB-Frist, wenn deutsches Recht anwendbar ist. Bei einem internationalen Vertrag können anderes Recht und andere Fristen maßgeblich sein.

Stoppt das KM-Formular die Verjährung?

Das sollte nicht ohne Rechtsprüfung angenommen werden. Die Reklamation dokumentiert die Forderung, hat aber nicht in jedem Fall automatisch eine hemmende Wirkung.

Gilt die neunmonatige Frist schon für Flüge im August 2026?

Nein. Die Reform ist beschlossen, aber noch nicht in Kraft. Ihre zeitliche Anwendung hängt von Veröffentlichung und dem anschließenden Zeitraum ab.

Welche Frist gilt für verspätetes Gepäck?

Die schriftliche Reklamation muss grundsätzlich innerhalb von 21 Tagen ab Bereitstellung des Gepäcks erfolgen. Ein PIR allein genügt nicht sicher.

Wann kann ich zum BfJ gehen?

Nach vorheriger Reklamation an die Airline und bei erfüllten gesetzlichen Voraussetzungen, regelmäßig nach Ablehnung oder zwei Monaten ohne Erledigung.

Quellen

  • § 195 BGB
  • § 199 BGB
  • §§ 57a und 57b LuftVG
  • Bundesamt für Justiz, Schlichtungsstelle Luftverkehr
  • KM Malta Airlines, Conditions of Carriage
  • Rat der EU, endgültige Annahme der Reform
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